„The Hamburg Recital“ in der Elbphilharmonie

Florian Heinisch spielt Werke von Komponistinnen und Komponisten, die in Hamburg gelebt und gewirkt haben.

Der Name des Hamburg Recitals ist nicht nur Programm, er ist auch eine Würdigung der enormen stilistischen Vielfalt, mit der die Musikstadt Hamburg bis in die Gegenwart eine einzigartige Größe in der Welt der klassischen Musik darstellt. 

Mit diesem Rezital kehrt der Hamburger Pianist Florian Heinisch ein weiteres Mal in die Elbphilharmonie zurück. Im Februar 2019 hatte er dort sein gefeiertes Konzert-Debüt im Kleinen Saal erlebt. Damals spielte er u.a. Beethovens Hammerklaviersonate. 2023 folgte das Recital „Tanz der Temperamente“, mit Werken von Ligeti und C.P.E. Bach, dazu das „Klavierstück V“ von Stockhausen sowie Beethovens „Waldstein-Sonate“.

Programm:

Carl Philipp Emanuel Bach: Fantasie C-Dur H. 291

Felix Mendelssohn Bartholdy: Lieder ohne Worte op. 38 Nr. 1-3

Fanny Hensel: Andante cantabile Des-Dur

Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 9

György Ligeti: Etüde Nr. 13 „L’escalier du diable“

PAUSE

Johannes Brahms: Scherzo es-Moll op. 4

Carl Philipp Emanuel Bach: 12 Variationen über La Folia d’Espagne, H. 263

György Ligeti: Etüde Nr. 11 „En suspens“

Fanny Hensel: Vier Lieder für das Pianoforte op. 8

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Fantasie fis-Moll op. 28

Carl Philipp Emanuel Bach war zu Lebzeiten der bekannteste Bach, deutlich populärer als sein Vater Johann Sebastian Bach. Er wirkte zwei Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod als Musikdirektor in Hamburg und wurde europaweit wegen seines immer wieder überraschenden, fantasievollen Personalstils zwischen Spätbarock und Frühklassik als visionäres Originalgenie bewundert. Seine letzte Ruhe fand der „Hamburger Bach“ 1788 in der Krypta der Hauptkirche St. Michaelis. 

Die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy kamen 1805 und 1809 in unmittelbarer Nähe des „Michel“ zur Welt. Felix wurde als Wunderkind gefeiert, seine „Lieder ohne Worte“ zählen zum Schönsten und Einfühlsamsten, das die Klaviermusik des frühen 19. Jahrhunderts zu bieten hat. Auch seine Schwester Fanny komponierte auf allerhöchstem Niveau und mit sehr eigener Handschrift. Ihre „Lieder für Klavier“ sind nahe Verwandte von Felix‘ kleinen, feinen Charakterstücken. Doch nach wie vor werden ihr Schaffen und ihre Originalität nicht angemessen gewürdigt. 

Wenige Straßenzüge entfernt vom Hamburger Elternhaus der Geschwister Mendelssohn erblickte Johannes Brahms 1833 im Gängeviertel das Licht der Welt. Die Freundschaften zu dem Komponisten Robert Schumann und dessen Frau, der Pianistin und Komponistin Clara, sollten das Leben des späteren Hamburger Ehrenbürgers in vielerlei Hinsicht prägen. 1853 schrieb Robert unter der ebenso prophetischen wie belastenden Überschrift „Neue Bahnen“ über den jungen Mann aus Hamburg: „Das ist ein Berufener.“ Brahms‘ Scherzo op. 4 mag eine musikalische Visitenkarte gewesen sein, mit der Brahms beim 23 Jahre älteren Schumann bleibenden Eindruck hinterließ. Ein Jahr später entstanden Brahms‘ „Variationen über ein Thema von Robert Schumann“ op. 9, basierend auf einem Stück aus Schumanns „Bunten Blättern“ op. 99 – und Clara gewidmet.

Zum Furchterregendsten, das mit zehn Fingern auf einem Klavier möglich ist, zählen die „Études“ des langjährigen Wahl-Hamburgers György Ligeti. Sie sind spieltechnisch enorm anspruchsvoll. Ihr Aufbau wirkt wie ein Konzentrat der musikalischen Ausdruckskraft dieses Komponisten. Typisch für seinen geistreichen Humor waren nicht zuletzt auch die Titel, die Ligeti diesen schweren „Fingerübungen“ gab. So nannte er die Nummer 11 mit ihrer verwirrenden Rhythmen-Schichtung „En suspens“, also: In der Schwebe“, und die Nr. 13 mit ihren sich manisch immer weiter nach oben schraubenden Motiv-Wiederholungen „L’escalier du diable“, also: „Die Teufelsleiter“. György Ligeti hatte von 1973 bis 1989 eine Kompositionsprofessur an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater an der Außenalster inne, er wohnte und arbeitete auf der anderen Seite der Alster.

Tickets und weitere Informationen: https://shop.elbphilharmonie.de/de/sitzplatz-waehlen/34587/

Florian Heinisch

International Ibsen Award

Lola Arias gewinnt den International Ibsen Award

die Autorin, Musikerin, Schauspielerin, Regisseurin und Filmemacherin Lola Arias wurde mit dem Internationalen Ibsen-Preis 2024 ausgezeichnet. 

Der weltgrößte Theaterpreis wird von der norwegischen Regierung verliehen. Das Preisgeld beträgt 2,5 Millionen NOK (umgerechnet ca. 218.000 Euro). Zu den früheren Gewinnern des Internationalen Ibsen-Preises gehören so namhafte Künstler wie das Back to Back Theatre, Taylor Mac, Christoph Marthaler, Forced Entertainment, Peter Handke, Peter Brook, Ariane Mnouchkine, Heiner Goebbels und Jon Fosse. 

Der Preis wird am 13. Oktober in Oslo verliehen. 

Weitere Informationen unter: http://www.internationalibsenaward.com

Let the music play! Das 35. Musikfest Bremen lädt zu Musik und Begegnungen ein.

Musikfest Bremen, Eine Große Nachtmusik, Credit:
Fotoetage Nikolai Wolff

Das Programm des 35. Musikfests Bremen bietet vom 17. August bis 7. September eine Fülle bester Musik unterschiedlicher Stilrichtungen. Gründungsintendant Thomas Albert und sein Team laden zu 46 Konzerten in die gesamte Region Nordwest. Den Anfang machen jedoch am 7. August mit einem Sonderkonzert Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra und Anne-Sophie Mutter. Let the music play! Infos und Tickets unter www.musikfest-bremen.de und Telefon 0421 / 33 66 99.