International Ibsen Award 2026

Weltgrößter Theaterpreis geht an Jaha Koo / Südkoreanischer multidisziplinärer Künstler erhält den weltweit größten Theaterpreis The International Ibsen Award

Oslo / Der Theatermacher, Komponist und Videokünstler Jaha Koo wurde mit dem International Ibsen Award 2026 ausgezeichnet.

Koo ist ein interdisziplinärer Künstler, der an der Schnittstelle von Theater, Musik, Video und Technologie arbeitet. Er wurde in Seoul und Amsterdam ausgebildet und lebt und arbeitet seit 2011 in Gent, Belgien. Seine Werke werden auf Bühnen weltweit präsentiert.

„Ich sehe diesen Preis nicht nur als Anerkennung meiner eigenen Arbeit, sondern auch der aller Künstlerinnen und Künstler, die über das hinausgehen, was traditionell als Theater gilt, und Werke für Menschen schaffen, die sich zuvor vielleicht nicht angesprochen gefühlt haben“, sagt Koo über die Auszeichnung.

Leises und zutiefst politisches Theater

Laut Begründung der Jury erhält Koo den International Ibsen Award für „sein innovatives und zutiefst menschliches Theater“.

„Das Theater, das er schafft, ist leise und zugleich zutiefst politisch. Es durchdringt das ideologische Rauschen und spricht direkt zu unserer gemeinsamen menschlichen Erfahrung“, sagt Ingrid Lorentzen, Vorsitzende der Jury des International Ibsen Awards und künstlerische Leiterin des Norwegischen Nationalballetts.

Die Jury schreibt weiter, dass „Koo durch Humor, Poesie und technologische Erfindungsgabe Reflexionen über Identität, Zugehörigkeit und die Nachwirkungen kolonialer Geschichte eröffnet.“

Koo, geboren 1984, ist der jüngste Preisträger des International Ibsen Award und der erste mit asiatischem Hintergrund.

Am 26. September findet die Preisverleihung im Nationaltheater in Oslo statt. Am 27. September kann das Publikum dort auf der Hauptbühne seine Durchbruchs-inszenierung Cuckoo erleben. Die Aufführung nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die vergangenen zwanzig Jahre koreanischer Geschichte – erzählt von einer Gruppe gesprächiger, gehackter Reiskocher.

Der weltweit größte Theaterpreis

Der International Ibsen Award ist der weltweit größte Theaterpreis und wird oft als „Nobelpreis des Theaters“ bezeichnet. Er wurde 2007 vom norwegischen Staat ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre ohne Einschränkungen vergeben. Ausgezeichnet werden Einzelpersonen, Institutionen und Organisationen, die dem Theater eine neue künstlerische Dimension verliehen haben.

Der Preisträger erhält 2,5 Millionen norwegische Kronen und wird von einem internationalen Komitee ausgewählt, das vom Ministerium für Kultur und Gleichstellung ernannt wird. Das Nationaltheater fungiert als Sekretariat des Preises. Der Gewinner wird am Geburtstag von Henrik Ibsen, dem 20. März, bekannt gegeben.

Die künstlerischen Kriterien

„In einer Welt, die allzu oft in ein ‚Für‘ und ‚Gegen‘ unterteilt wird, zeichnet der International Ibsen Award 2026 die Vorstellung von Theater als Raum dazwischen aus – als Ort des Zusammenkommens, als Raum, in dem wir uns vorstellen und inspirieren lassen können, was wir noch nicht kennen. Die Praxis eines Theaters, das aus Mitgefühl und Freundlichkeit entsteht – etwas, das in unserer Zeit dringend gebraucht wird. Die Erfahrung von Kunst als Erinnerung an die menschliche Fähigkeit, Schönheit, Hoffnung und Freude zu nähren und zu teilen – als neue Arten des Seins und Sehens. Theater schafft Zeit und Raum für die Reflexion jener stillen Prozesse, die gelebte Demokratie darstellen.“

Frühere Preisträger

Zu den bisherigen Preisträgern des International Ibsen Award zählen renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Lola Arias, Back to Back Theatre, Taylor Mac, Christoph Marthaler, Forced Entertainment, Peter Handke, Peter Brook, Ariane Mnouchkine, Heiner Goebbels und Jon Fosse.

Weitere Informationen:
https://internationalibsenaward.com
https://gujaha.com

Lera Auerbachs „Little Mermaid“ in Salzburg

Am Samstag, 23. Mai um 19.30 wird bei den Pfingstfestspielen Salzburg Lera Auerbachs Erfolgsballett „Die kleine Meerjungfrau“ in der Choreografie und Inszenierung von John Neumeier aufgeführt. Es spielen die Wiener Symphoniker. Infos unter www.salzburgerfestspiele.at

37. Musikfest Bremen

Am 15. April wird das Programm des diesjährigen Musikfests Bremen bekannt gegeben. Das 37. Musikfest Bremen verführt vom 15. August bis zum 4. September mit über 45 Konzerten zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart – in Bremen, Bremerhaven und in ausgewählten Spielstätten im gesamten Nordwesten. Den stimmungsvollen Einstieg bietet wieder der  Eröffnungsabend »Eine große Nachtmusik« rund um den illuminierten Bremer Marktplatz mit dem UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland. Zu Gast sind u.a. das hr-Sinfonieorchester & Alain Altinoglu, das Ensemble Matheus & Jean-Christophe Spinosi, die Boston Early Music Festival Vocal & Chamber Ensembles und die Roberto Fonseca Group.

Bridges to Freedom

Am 4. Juni 2026 ist Florian Heinisch wieder in der Elbphilharmonie zu Gast. Sein Programm „Bridges to Freedom“ mit Werken von Gershwin, Copland, Ives, Bartók, Schönberg und anderen hat der Pianist aus Anlass des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit Amerikas zusammengestellt. Es soll ein Zeichen setzen, wieder mehr aufeinander zuzugehen und Brücken zu bauen – grundlegende Voraussetzungen für eine freie, demokratische Gesellschaft. Neben Komponisten, die in Amerika geboren wurden, sind deshalb mit Bartók und Schönberg auch solche vertreten, die dort zur Zeit des Dritten Reiches eine neue Heimat gefunden haben. Das Programm soll dem nachspüren, was der Unabhängigkeit Amerikas zugrunde lag: Freiheit, Toleranz und Offenheit. Infos und Tickets: https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/florian-heinisch-klavierabend/27467

20. Edition des Holland Dance Festivals

Vom 4. – 21. Februar 2026 fand in Den Haag, Utrecht, Tilburg und Rotterdam die 20. Ausgabe des renommierten Holland Dance Festivals statt. Eröffnet wurde das Festival mit „Wildsongs“ vom Nederlands Dans Theater I. Weitere Highlights waren das „Theatre of Dreams“ mit der Hofesh Shechter Company, „Fire Works“ von Gauthier Dance oder „Grand Jeté“ von Silvia Gribaudi. Infos und Tickets unter www.holland-dance.com.