Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen stellt vor: Das „Weltorchester“
Samstag, 16. Mai 2026, 19.30 Uhr Zech-Turm Bremen
Jugendliche aus Peru, Bolivien und Tunesien musizieren gemeinsam in Bremen
„Beethovens ‚Eroica‘ ist nicht nur eine Sinfonie, sondern ein Manifest der menschlichen Würde und des unbezähmbaren Geistes.“ (Leonard Bernstein)
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (DKB) ist seit Jahrzehnten ein Orchester von Weltrang, seit 2004 ist der estnische Dirigent Paavo Järvi ihr Künstlerischer Leiter. Die Förderung von Talenten ist für diese Musikerinnen und Musiker seit jeher eine Herzensangelegenheit.
Am 16. Mai findet ein ganz besonderes Projekt in der Heimatstadt der DKB statt: Das „Weltorchester“, bei dem insgesamt 19 Jugendliche – davon sieben aus Peru, fünf aus Bolivien und sieben aus Tunesien – in der Hansestadt begrüßt werden. Sie sind vom 6./7. Mai an in Bremen und proben ab 8. Mai eine Woche lang mit den ortsansässigen Musikerinnen und Musikern die „Eroica“, Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie.
Das Bremer Weltorchester eröffnet jungen Menschen in Bolivien, Peru und Tunesien, die teilweise in zutiefst benachteiligten Verhältnissen leben, Chancen, die ihren Lebensweg maßgeblich verbessern können. Gleichzeitig kann sich auch der Blick der Bremer Jugendlichen verändern: Bereits vor einigen Wochen reisten junge Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters und des Jungen Kammerorchesters Bremen in alle drei Partnerländer, um mit Jugendlichen aus sozialen Musikprojekten zu musizieren. Dabei erlebten sie unmittelbar, wie sehr die Lebensrealitäten der Jugendlichen vor Ort von Armut, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit geprägt sind – und wie die Musikprojekte oft die einzige Kraftquelle für mehr Selbstbewusstsein und den Mut sind, sich eine andere Zukunft vorzustellen.
Auch die Botschafter aus dem Jugendsinfonieorchester Bremen und dem Jungen Kammerorchester Bremen werden als Teil des „Weltorchesters“ am Konzert mitwirken.
Zum Ende des 200-jährigen Jubiläums der Philharmonischen Gesellschaft Bremen setzt das Abschlusskonzert dieses einzigartigen Projekts ein Zeichen für internationale Verständigung, kulturellen Austausch und das Vertrauen in die Kraft der nächsten Generation. Ein wirkungsvoller, beispielhafter Impuls, den die Kulturstadt Bremen mit den Mitteln der Musik in die Welt sendet. Und damit in die Zukunft weist.
Fundament dieses Projektes waren jahrzehntelange weltweite Aktivitäten, initiiert von der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, der Bremer Ehrenbürgerin und Kulturmäzenin Barbara Grobien und des „Zukunftslabors“, einer DKB-Initiative für Kinder und Jugendliche. Geeint von der Überzeugung, dass Musik die Kraft hat, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dass Musik Möglichkeiten in sich birgt, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auch und gerade in sozial herausfordernden Situationen zu beflügeln und zu unterstützen.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (DKB), seit 1992 dort beheimatet, ist eines der international führenden Orchester und begeistert mit ihrem einzigartigen Musizierstil weltweit Publikum und Kritik. Eine weitere Besonderheit: Sie ist als Unternehmen organisiert, in dem alle Musiker Gesellschafter sind. So sind die Musiker nicht nur für den musikalischen, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg des Orchesters verantwortlich. Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit Paavo Järvi war das gemeinsame Beethoven-Projekt mit seinen Aufführungen und Einspielungen. Symphonie-Zyklen mit Schumann und Brahms folgten. In diesem Zusammenhang wurde am 10. April 2018, 150 Jahre nach seiner Uraufführung im Dom zu Bremen, das „Deutsche Requiem“ dort aufgeführt und mitgeschnitten. Für die Dokumentation „The Brahms Code“ wurde die DKB u.a. mit einem Silver Award der New York Festivals TV & Film Awards ausgezeichnet; für die Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik war es der „Beste Musikfilm 2020.“ 2021 ging die Arbeit an Groß-Projekten mit den Londoner Sinfonien von Haydn weiter, gefolgt von einem Zyklus mit Schuberts Sinfonien. Für ihre Einspielungen und das einzigartige „Zukunftslabor“, eine Art Entwicklungsmotor für Gesellschaft und inzwischen eine weltweite Bewegung, wurde die DKB unzähligen Preisen wie Echo Klassik, Opus Klassik und Diapason d’Or geehrt.
Neben Järvi ist seit Anfang 2022 der junge Finne Tarmo Peltokoski erster „Principal Guest Conductor“ in der DKB-Geschichte. Das Orchester pflegt seit Jahren enge musikalische Freundschaften zu internationalen Solisten wie Lang Lang, Janine Jansen, Igor Levit, Christian Tetzlaff und Hilary Hahn. Die DKB ist mit eigenen Konzertreihen seit ihrer Eröffnung 2017 Residenzorchester in der Hamburger Elbphilharmonie, 2019 war die DKB erstes „Orchestra in Residence“ beim Rheingau Musik Festival. Seit 2007 hat die DKB ihren Stammsitz in der Gesamtschule Bremen-Ost in Osterholz-Tenever.
Philharmonische Gesellschaft Bremen
Die Philharmonische Gesellschaft Bremen engagiert sich seit ihrer Gründung vor 200 Jahren für das Musikleben der Hansestadt und hat maßgeblich zu dessen Entwicklung und Vielfalt beigetragen. Viele Musikliebhaber, Förderer und Firmen unterstützen diese Arbeit. Ohne dieses große ehrenamtliche Engagement wäre es beispielsweise nicht möglich gewesen, wertvolles Instrumentarium wie die historische Sauer-Orgel in der Glocke zu restaurieren. Mit der Förderung ausgewählter Musikinitiativen engagiert sich die Philharmonische Gesellschaft für den musikalischen Nachwuchs, sie unterstützt die Arbeit in verschiedenen Schulzentren mit Instrumenten und anderen Materialien. Für die ‚Größeren‘ wird seit vielen Jahren an der Universität Bremen das Seminar ‚Philharmonic4all‘ innerhalb der General Studies angeboten. Die Förderung von Auftragskompositionen, Ur- und Erstaufführungen in Bremen waren und sind ein weiteres großes Anliegen der Philharmonischen Gesellschaft.
www.philharmonische-gesellschaft-bremen.de
Konzertprogramm
16. Mai 2026, 19.30 Uhr
Zech-Tower Bremen
Beethoven: Ouvertüre „Die Geschöpfe des Prometheus“ op. 43
Sibelius: Violinkonzert d-Moll op. 47
Beethoven: Symphonie Nr. 3 „Eroica Es-Dur op. 55
Rodolfo Barraez (Dirigent)
Guido St.Anna (Violine)